Das anabole androgene Steroid Stanozolol (weltweit bekannter Markenname ist Winstrol und Winstrol Depot) wurde von der amerikanischen Pharmafirma Sterling im Jahr 1962 patentiert. Technisch gesehen handelt es sich bei Winstrol um ein Derivat von Dihydrotestosteron. Das Dihydrotestosteron Molekül wurde bei Winstrol am A-Ring um eine Pyrazolgruppe erweitert, so dass ein fünfter Kohlenstoffring entstand (praktisch alle anderen anabolen androgenen Steroide besitzen eine Grundstruktur, die aus lediglich vier Kohlenstoffringen besteht). Zusätzlich hierzu wurde das Steroid-Molekül 17-alpha-alkyliert, um den Wirkstoff Stanozolol oral besser verfügbar zu machen.

Cylab Nutrition SARM und ProhormoneAuch wenn es sich bei Winstrol um ein Dihydrotestosteron Derivat handelt, besitzt Stanozolol nur eine sehr milde androgene Wirkung. In der Fachliteratur wird die androgene Wirkung des Wirkstoffs Stanozolol mit 30 % der androgenen Wirkung von Methyltestosteron angegeben, wobei die anabole Wirkung von Winstrol mit 320 % der anabolen Wirkung von Methyltestosteron angegeben wird. Trotz seiner starken anabolen Wirkung ist Winstrol kein Steroid, das für den Aufbau großer Mengen an Muskelmasse bekannt ist. Vielmehr ist Stanozolol dafür bekannt, dass es moderate Mengen an „Qualitätsmuskulatur“ aufbaut, die auch nach dem Absetzen zum größten Teil erhalten bleiben.


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Als Derivat von Dihydrotestosteron kann Winstrol im Körper nicht in Östrogen umgewandelt werden und besitzt auch keinerlei Progesteronwirkung, so dass man sich der Anwender bei Stanozolol keine Gedanken um östrogenbedingte Nebenwirkungen wie Wassereinlagerungen oder Gynäkomastie machen muss.

In der Praxis ist das Haupteinsatzgebiet von Winstrol die Diät und die Wettkampfvorbereitung. Stanozolol ist dafür bekannt, dass es zu einem extrem harten und trockenen Aussehen beiträgt, was jedoch in der Praxis nur dann der Fall ist, wenn der Körperfettanteil bereits deutlich unterhalb der 10 % Marke liegt. Während der Wettkampfvorbereitung wird Winstrol gerne mit nicht aromatisierenden androgenen Steroiden wie Halotestin (Fluoxymesteron) oder Trenbolon (z.B. Parabolan oder Trenbolon Acetat) kombiniert, und auch die Kombination von Stanozolol mit Testosteron Propionat oder Drostanolon Propionat (Masteron) erfreut sich während dieser Phase
großer Beliebtheit.

Winstrol ist eines der wenigen Steroide, das aufgrund seiner geringen androgenen Wirkung auch gerne von Frauen eingesetzt wird. Die von Frauen in der Praxis verwendete Dosierung liegt meist im Bereich von 5 bis 10 Milligramm pro Tag. Die orale Darreichungsform von Winstrol wird hierbei meist bevorzugt, da es bei Tabletten mit einem Wirkstoffgehalt von 2 bis 5 mg Stanozolol leichter ist so gering zu dosieren, als bei Injektionslösungen mit einem Wirkstoffgehalt, der meist bei 50 mg Stanozolol pro Milliliter liegt. Männer verwenden orales Winstrol in der Praxis meist im Bereich von 15 bis 30 mg pro Tag, wobei die Dosierung aufgrund der Halbwertszeit von Winstrol, die bei etwa 9 Stunden liegt, in der Regel auf zwei Gaben verteilt wird.

Die fehlenden östrogenbedingten Nebenwirkungen sollten bei Winstrol jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass der Wirkstoff Stanozolol keineswegs unbedenklich und nebenwirkungsarm ist. Neben der Leberschädlichkeit von Winstrol, die mit allen 17-alpha-alkylierten anabolen androgenen Steroiden in Verbindung gebracht wird, besitzt der Wirkstoff Stanozolol eine verheerende Auswirkung auf die Cholesterinwerte. Bereits 6 mg Winstrol pro Tag können den HDL Cholesterinspiegel (das „gute Cholesterin) um über 30 % reduzieren und im Gegenzug den LDL Cholesterinspiegel (das „schlechte“ Cholesterin) um etwa 30 % erhöhen. Bei höheren Dosierungen kann der HDL Cholesterinspiegel auf fast nicht mehr messbare Werte abfallen.

Auch wenn die Wirkungen von oral verabreichtem Winstrol und injiziertem Stanozolol sehr ähnlich ausfallen – was nicht weiter verwunderlich ist, da es sich um exakte denselben Wirkstoff inklusive 17-alpha-Alkylierung handelt -, besitzt oral verabreichtes Winstrol eine interessante Eigenschaft, die bei der Injektion von Stanozolol nicht oder nur in deutlich geringerem Maß auftritt: oral eingenommenes Winstrol senkt den SHBG Spiegel im Körper. Da SHGB freies Testosteron bindet, welches dann nicht mehr aktiv ist, könnte die orale Einnahme von Winstrol in Verbindung mit injiziertem Testosteron dazu führen, dass mehr Testosteron in freier und damit aktiver Form vorliegt.


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